Knapp unterhalb des Treppchens

Skoda hat einfach einen guten Lauf. Die im VW-Konzern angesiedelte Marke scheint ganz viel richtig gemacht zu haben, sonst gäbe es zum Jahresende 2025 kein derart fundiertes Loblied: Die Tschechen schwimmen hierzulande stabil in den oberen Rängen der Kfz-Neuzulassungsstatistik.

Von Gundel Jacobi

Stärkste Importmarke bei Neuzulassungen. Wie im letzten Jahr landet Skoda auch 2025 innerhalb der so genannten Top-Ten-Liste, also der erfolgreichsten zehn Autobauer, auf Platz vier – hinter VW, Mercedes-Benz und BMW; dahinter reiht sich Audi auf Platz fünf ein. Nichts ist in Stein gemeißelt: Ob der in Weiterstadt ansässige Importeur womöglich gerne mal an Platz drei kratzen würde oder ein solches Ansinnen als vermessen einstufen würde, darüber gibt es keine offiziellen Auskünfte. Sicher ist jedenfalls, dass man sich bei Skoda darüber freut, zum 17. Mal in Folge die stärkste Importmarke in der deutschen Zulassungsstatistik zu sein.

Der erfolgsverwöhnte Hersteller mit dem geflügelten Pfeil als Erkennungszeichen verkaufte von Januar bis November 2025 in Deutschland 208.521 Fahrzeuge – letztes Jahr waren es insgesamt 205.593 Autos. Dies entspricht einem Marktanteil von acht Prozent gegenüber 7,4 Prozent im vorigen Jahr. Bemerkenswert sind die erneuten Rekordzahlen allemal, da es bekanntermaßen der vielzitierte Transformationsprozess in stromernde Sphären allen Autobauern der klassischen Fahrzeugindustrie schwer macht – von einem wachsenden Wettbewerberumfeld ganz abgesehen. Bis Ende 2025 werden von allen Herstellern zusammengenommen voraussichtlich rund 2,8 Millionen Fahrzeuge in der Neuwagenstatistik erscheinen. Letztes Jahr waren es exakt 2.817.331.

Octavia ist der Verkaufskönig. Zurück zu Skoda. Bei der Jahresabschluss-Pressekonferenz erklärte Jan-Hendrik Hülsmann, Sprecher der Skoda Deutschland-Geschäftsführung: „Unsere Fahrzeugpalette trifft den Nerv der Kunden, das Vertrauen in unsere Marke und unsere Innovationsfähigkeit sind sehr hoch.“ Schaut man auf die ersten vier Plätze in der hauseigenen Statistik, dann gilt als Verkaufskönig mit 41.305 Stück der Octavia – wohlgemerkt: kein SUV, sondern Kombi und Limousine. Auf Platz zwei steht das 4,76 Meter lange SUV Kodiaq mit 27.443 Fahrzeugen, Platz drei belegt mit 26.178 Einheiten das etwas kürzere Kompakt-SUV Karoq, gefolgt vom batterieelektrischen Enyaq mit 23.384 Exemplaren. Ganz knapp dahinter mit 23.373 Einheiten liegt die über die Jahrzehnte klassisch eingeführte Karosserie des Fabia – gerade mal so der Kleinwagenklasse entwachsen.

Privatkunden fahren auf Elroq ab. Ein besonderes Augenmerk gilt natürlich auch bei Skoda den stromernden Kandidaten, aus aktuellem Grund dem diesjährigen Neuzugang Elroq, der als viereinhalb Meter langer Einstiegs-Stromer aus dem Stand heraus 22.531 Verkäufe erreichte. Zusammen mit dem etwas größeren Stromer Enyaq kommen die beiden Elektriker somit auf knapp 46.000 Stück. Hier holt Hülsmann noch einmal aus: „Der Markt der batterieelektrischen Fahrzeuge ist der Markt der Zukunft. Wir spüren deutlich die Akzeptanz bei unserer Kundschaft.“ Worüber er sich mit seinem Team merklich freut, ist die Tatsache, dass drei Viertel dieser Elroq-Käufer von anderen Marken kommen – somit wird hier eine so genannte Eroberungsrate von 75 Prozent erreicht. Was obendrein nicht ganz unerheblich ist: Die Hälfte der Elroq-Käufer sei Privatkundschaft. Bekanntermaßen tummeln sich auf dem Strom-Markt vornehmlich Geschäftsleute und Flottenkunden. Hülsmann wertet dies als ein Zeichen, dass Skoda der generell derzeit zurückhaltenden Elektro-Kaufbereitschaft etwas entgegenzusetzen hat. Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Blick auf die diesjährige Statistik aller batterieelektrischen BEV-Neuzulassungen in Deutschland: Federführend ist VW mit 94.599 Stück, gefolgt von Skoda mit 45.915 Einheiten. BMW liegt auf Platz drei mit 45.187 Verkäufen, Audi ist unterhalb des Treppchens mit 35.827 Einheiten, und Mercedes-Benz liegt auf Platz fünf mit 31.251 Stück. Man kann erkennen, dass sich alles noch auf einem recht gemäßigten BEV-Niveau befindet. Trotzdem: Skoda mischt auch hier vorne mit.

Zwei neue Stromer in der Pipeline. Eine weitere Botschaft verkündet Hülsmann zum Jahresabschluss: „Die Plug-in-Hybrid-Übergangstechnologie ist nicht zu unterschätzen. Wir bauen dieses Segment weiter aus.“ Damit sind eingeführte Modelle wie Superb iV und Kodiaq iV auf einem vor allem bei Flottenkunden hart umkämpften Markt anhaltend im Rennen. Skoda setzt innerhalb dieser kombinierten Benziner-Elektro-Gemeinde hierbei auf elektrische Reichweiten von 100 Kilometer.

Zum Schluss gibt der zum Ende des Jahres bei Skoda ausscheidende und in Wolfsburg bei der VW-Mutter andockende Hülsmann noch einen Ausblick auf zwei kommende neue Elektro-Modelle für 2026: den Skoda Epiq ab 26.000 Euro im Frühherbst und danach ein Siebensitzer, dessen Name und Preis noch nicht feststehen.     


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