Mit tausend Sternen in der Lücke

Von Paul-Janosch Ersing

Die Beobachtung ist nicht ganz falsch: So richtig breit ist die Lücke zwischen den beiden bereits auf dem Markt befindlichen elektrischen Mercedes-Modellen CLA (4,72 m) und EQE (4,94 m) nicht. Aber sie ist offensichtlich groß genug, um sie mit einer 4,88 Meter langen C-Klasse Elektro zu schließen. Mit aktueller 800-Volt-Technik und einem verheißungsvoll niedrigen Stromverbrauch stürzen sich die Stuttgarter in den Ringkampf mit dem ebenfalls flammneuen BMW i3 aus München.

Hätte das Auto eine oben am Dach angeschlagene große Kofferraumöffnung, könnte man es als wohl als viertüriges Fließheck-Coupé bezeichnen. Aber die C-Klasse hat als Zugang zum 470 Liter fassenden Gepäckabteil nur einen recht kurz geratenen Deckel am Heck. Dieses Detail macht es formal zur Limousine und lässt immerhin all jene hoffen, die auf einen – irgendwann in absehbarer Zukunft – nachgeschobenen Kombi namens T-Modell spekulieren. Leider scheint die Nachfrage dafür auf den Übersee-Märkten allerdings nahe Null.

Am vorderen Ende der langen Motorhaube funkelt ein Kühlergrill, der seinen Namen verdient. Anstelle von Sternchen sorgen 1050 hinterleuchtete Pixelchen für Stimmung rund um den großen Zentralstern. Das Sternenmotiv wird ebenfalls  innerhalb der Scheinwerfer aufgegriffen, und auch die Rückleuchten tragen das traditionelle Markenemblem in alle Welt. Wer da noch nicht genug hat, sollte den Blick des Nachts gen Himmel wenden – am besten von der Rückbank aus: Das gegen Aufpreis erhältliche dimmbare Glasdach lässt weitere 162 illuminierte kleine Sterne erstrahlen. Sowohl vorne als auch hinten ergab eine erste Sitzprobe: Das Platzangebot ist etwas großzügiger als in vorherigen (deutlich kürzeren) C-Klassen.

Mit den 94 kWh aus dem Akku soll das neue Elektroauto als allradgetriebener C 400 4-Matic bis zu 762 Kilometer weit fahren können. Möglich macht das ein WLTP-Energieverbrauch von 14,1 bis 18,5 kWh/100 km. Ladepausen dürften bei entsprechender 800-Volt-Infrastruktur nicht allzu lange dauern: Mit bis zu 330 kW kann an entsprechenden Säulen geladen werden. Über die genaue Preisgestaltung schweigen die Schwaben derzeit noch.

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