Ein GT ist nicht genug

Wenige Monate nach der Enthüllung des AMG GT 4-Türer Coupé präsentiert die PS-Truppe aus Affalterbach auf der gleichen Elektro-Plattform ein weiteres Modell: das AMG GT SUV.

Von Paul-Janosch Ersing

Porträt von Paul-Janosch Ersing

Terminglück sieht etwas anders aus. Zum Abschluss einer Woche, in der erst Porsche seine neue Supersportwagen-Studie namens Mission S und dann Tesla ein an der Wand haftendes, fliegendes und sich in der Luft drehendes Roadster-Konzept zeigte, schüttet es am Samstag, den 17. Oktober, in Stuttgart wie aus Eimern. Das mag zu dieser Jahreszeit nicht weiter verwunderlich sein, hat aber einen nicht zu leugnenden Einfluss auf die Stimmung vor dem Mercedes-Benz-Museum: Die Erfinder des Automobils laden anlässlich des 140. Geburtstages zahlreiche Mitarbeiter, Freunde der Marke und Medienvertreter ein.

Neben rollenden Klassikern gibt es 140 Jahre nach dem Benz Patent-Motorwagen Nummer 1 eine Weltpremiere der sportiven Tochter AMG: ein 5,08 Meter langes Elektro-SUV auf einer Sportwagen-Plattform. Seine technischen Daten klingen beeindruckend: Bis zu 1.169 PS/860 kW in der Spitze, 450 Kilometer Reichweite, 710 kW Ladeleistung, 0 auf 100 km/h in 2,5 Sekunden. Aber ist das Ganze auch stimmig verpackt?

Die Antwort auf diese Frage hängt stark vom jeweiligen Markt ab. Inwieweit alteingesessene AMG-Kunden aus Deutschland auf das neue Elektro-SUV abfahren, mag in den Sternen stehen – in anderen Ländern haben die Menschen allerdings andere Geschmäcker und Kaufinteressen. Flüsterleise ist das AMG-SUV nicht in jedem Fahrmodus. Der V8-Sound kommt vom Band, und alles, was das 2,7 Tonnen schwere Gefährt aufgrund von physikalischen Gesetzen machen will, wird ihm durch die aktive Nick- und Wankstabilisierung abgewöhnt. Sportsitze und das vom viertürigen Coupé bekannte Innere versprühen vorne einen Hauch Rennatmosphäre. Auf der Rückbank bietet der Wagen mehr als genug Kopf-und Beinfreiheit.

Fakt ist: Elektrische Performance-SUV scheinen in Mode zu sein. Völlig klar, dass sich AMG hier nicht die Butter vom Brot nehmen lässt von einem Porsche Cayenne Electric (1.156 PS), einem Lotus Eletre (918 PS) – oder vielleicht auch irgendwann mal einer Art Luce-SUV von Ferrari. Die Preise für das Mercedes-AMG GT SUV beginnen in der abgespeckten 53er-Fassung (544 PS/400 kW) bei 113.050 Euro.


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