


Giga- statt Mega-Box
Heimlich, still und leise hat Ford seinen kompakten Bestseller elektrifiziert. Ab sofort könnte der Puma Gen-E (ab 36.900 Euro) Kunden erreichen, denen die bisherigen Elektro-Fords zu wuchtig waren.
Von Paul-Janosch Ersing
Mit dem Focus Electric war Ford früh dran in Sachen elektrischem Kompaktwagen. Auf dem europäischen Markt wurde das in Saarlouis produzierte Auto ab Juli 2013 verkauft – mit einer theoretischen Reichweite von 162 Kilometern (NEFZ) und einer realistischen von knapp 100 Kilometern. Inzwischen hat Ford mit dem Mustang Mach-E (seit 2021) und den beiden auf Volkswagen-Technik aufbauenden Elektromodellen Explorer und Capri eine bunte Pkw-Auswahl bei den Händlern stehen.
Vierter im Bunde ist seit einigen Wochen der Puma Gen-E: eine vollelektrische Variante des hierzulande derzeit erfolgreichsten Fords, die sich optisch von ihren Geschwistern mit Verbrennungsmotor kaum unterscheidet. Wichtigstes Erkennungsmerkmal am Bug: die geschlossene Blende anstelle eines Kühlergrills, die ein wenig an den bulligeren Mustang Mach-E erinnert.
Die praktische – und dank Ablaufstutzen auch leicht auswaschbare – Kunststoffkiste unterhalb des Laderaumbodens wächst im Gen-E aufgrund der nicht vorhandenen Abgasanlage um einige Liter auf jetzt 145 Liter an und trägt deshalb den Namen Giga-Box. Die Gepäckraumgröße von 523 Litern lässt einige deutlich größere SUV- und Crossover-Modelle vor Neid erblassen. Der 43 Liter fassende Frunk unter der Motorhaube bietet sich für den Transport des Ladekabels an.
Der angegebene Stromverbrauch (13,1 kWh/100 km) zählt zu den niedrigsten im Segment. Damit erreicht der 4,21 Meter lange Wagen trotz des vergleichsweise kleinen Akkus eine WLTP-Reichweite bis zu 376 Kilometern. An Schnellladesäulen kann der Stromspeicher mit höchsten 100 kW Ladeleistung in 23 Minuten von zehn auf 80 Prozent befüllt werden.
Auf ersten Testfahrten wurde bereits nach wenigen Kilometern klar, dass 168 PS/124 kW Leistung mehr als ausreichend sein können, um flink von A nach B zu stromern. Hier spürt man den Gewichtsvorteil gegenüber den meisten anderen Elektroautos mit deutlich größeren (und schwereren) Akkus.
Interessantes Detail: Während die Antriebskomponenten für den Puma Gen-E aus dem britische Ford-Werk in Halewood stammen, wird die Montage im Ford Otosan-Werk im rumänischen Craiova erledigt – Seite an Seite mit dem ebenfalls vollelektrischen E-Tourneo Courier sowie dessen Nutzfahrzeugzwillings E-Transit Courier.
Autogramm
Ford Puma Gen-E
Typ: Crossover; Preis: 36.900 Euro; Länge: 4,21 Meter; Breite: 1,81 Meter; Höhe: 1,56 Meter; Radstand: 2,59 Meter; Leergewicht: 1563 Kilogramm; Zuladung: 452 Kilogramm; Sitze: fünf; Kofferraum: 523 Liter; Motor: E-Maschine; Leistung: 168 PS/124 kW; Drehmoment: 290 Newtonmeter; Spitze: 160 km/h; 0 auf 100 km/h: 8,0 Sekunden; Batterietyp: Lithium-Ionen-Akku; Batteriekapazität: 43 Kilowattstunden (kWh); Ladeleistung: bis zu 100 kW; Reichweite (WLTP): 376 Kilometer; Normverbrauch (WLTP): 13,1 kW/h; entsprechender CO2-Ausstoß (deutscher Strommix 2024: 363 g/kWh): 47,5 Gramm/Kilometer.

