Doch nicht vollelektrisch!

Bei BYD dürften die meisten sofort an Elektroautos denken. Einige Monate nach dem Start des vollelektrischen Atto 2 bringt der chinesische Hersteller jetzt eine Plug-in-Hybridversion. Ein Grund dafür: der relative Verkaufserfolg des Seal U.

Von Paul-Janosch Ersing

Im Jahr 2025 wurden in Deutschland 23.306 von BYD („Build Your Dreams“) zugelassen. Klarer Bestseller der hierzulande acht angebotenen Modelle: der Seal U (9.562 Exemplare), ein 4,79 Meter langes Mittelklasse-SUV. Keineswegs eine Zahl am Rande: Fast neun von zehn Kunden haben sich bei diesem Modell nicht etwa für die vollelektrische Variante entschieden, sondern für den Plug-in-Hybrid. Ohne ihn hätte BYD also statt gut 23.000 im vergangenen Jahr nur etwa 15.000 Autos bei uns verkauft.

PHEV: Die Kombination aus Elektro-und Benzinmotor schafft es jetzt auch in den deutlich kleineren Atto 2, der bislang ausschließlich als Elektriker zu haben war. Sein LFP-Akku (Lithium-Eisenphosphat)mit nutzbaren 18 Kilowattstunden (kWh) soll gemäß WLTP-Zyklus Strom für 90 Kilometer elektrisches Fahren bereitstellen.

Punktlandung: Auf einer ersten Testfahrt im Großraum Barcelona hielt der 4,33 Meter lange BYD eindrucksvoll Wort. Nach exakt 89 Kilometern – raus aus dem Stadtgetümmel und dann über die Schnellstraße entlang der Küste Richtung Nordosten – sprang zum ersten Mal der Benzinmotor an. Interessanterweise war der Stromspeicher zu diesem Zeitpunkt nicht gänzlich geleert, sondern verfügte noch über eine Restladung von 19 Prozent. So viel behält sich das Auto als Puffer, um auch auf längeren Etappen zwischendurch elektrisch anfahren und kurze Teilstrecken stromern zu können.

Für Fernfahrer: Ein voller 45-Liter-Kraftstofftank und ein komplett geladener Akku spendieren dem Atto 2 DM-i eine theoretische Gesamtreichweite bis zu 1000 Kilometer. Mit solchen Werten jonglieren sonst nur Dieselfahrer. Ein Beispiel für allerfeinste Ingenieurskunst ist der 1,5-Liter-Ottomotor dabei allerdings nicht wirklich. Zumindest sollte man beim Beschleunigen von 80 auf 120 km/h etwas Geduld mitbringen und nicht allzu beherzt aufs Gaspedal treten. Sonst dauert es knapp drei Sekunden, bis das Aggregat seine volle Kraft entfaltet – und dabei für die Ohren von Elektroautofahrern unangenehm laut dröhnt. Die laut den technischen Daten mögliche Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h haben wir aufgrund des vor Ort geltenden Tempolimits nicht erreicht.

Autogramm

BYD Atto 2 Boost

Typ: Kompakt-SUV; Preis: 38.990 Euro; Länge: 4,33 Meter; Breite: 1,83 Meter; Höhe: 1,68 Meter; Radstand: 2,62 Meter; Leergewicht: 1620 Kilogramm; Zuladung: 410 Kilogramm; Kofferraum: 425-1335 Liter; Sitze: fünf; Tankinhalt: 45 Liter; Motor: Otto-Vierzylinder; Hubraum: 1498 Kubikzentimeter; Leistung: 98 PS/72 kW; Elektromotor: 197 PS/145 kW; System-Leistung: 212 PS/156 kW; System-Drehmoment: 300 Newtonmeter; Getriebe: CVT-Automatik; Spitze: 180 km/h; 0 auf 100 km/h: 7,5 Sekunden; Normverbrauch: 1,8 Liter Super, CO2-Ausstoß: 41 Gramm/km, Normverbrauch bei leerer Batterie: 5,1 Liter Super.

Bis hierher gelesen? – Dann empfehlen wir noch die thematisch passende Podcastfolge Nr. 340:


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