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Der Kombi kommt wieder
Mit dem K4 Sportswagon bietet Kia einen brandneuen kompakten Kombi an, der als Nachfolger des Ceed SW gilt und zwei Handbreit länger ist als das Steilheckmodell K4: interessant für Kunden, die ein benzingetriebenes Fahrzeug mit ordentlich Stauraum suchen.
Von Gundel Jacobi
Geräumiger Kombi auf 4,70 Meter Länge. Es ist sicher nicht die reine Menschenliebe, die Kia dazu bringt, möglichst viele Fahrzeugmodelle und Antriebsvarianten anzubieten. Dennoch hat der koreanische Hersteller einigen Respekt eingeheimst, als hierzulande Ende 2025 der Ceed-Nachfolger K4 als Kompakt-Limousine eingeführt wurde – wohlgemerkt: klassisch mit Benzinmotor. Längst war zu diesem Zeitpunkt die Entscheidung gefallen, dass ein K4-Kombi nachgeschoben wird. Genau: allem SUV-Wahn zum Trotz! Die Verkaufsstrategen sind der festen Überzeugung, dass quasi jedes Töpfchen sein Deckelchen findet, sprich: Es gibt nach ihrem Dafürhalten eine namhafte Kundenzahl, die sowohl diese vom Aussterben bedrohte Karosserieform als auch jenen Motor aus dem Hause Otto schätzt und kauft. Nun ist es soweit – auch wenn der K4 Sportswagon nicht unbedingt zu Stürmen in die Verkaufsräume führen wird.
Schienensystem im Kofferraum. Schick sieht er aus, naturgemäß unterscheidet sich der 4,70 Meter lange Kombi am Heck vom 25 Zentimeter kürzeren Bruder. Diese kommen sowohl den Passagieren als auch dem Kofferraum zugute. Letzterer fasst unter der Abdeckung 604 Liter, wovon manches SUV gleicher Größenordnung nur träumen kann. Verzurrösen, Schienenladungssystem, eine rückenfreundlich niedrige Ladekante und ein kleines zusätzliches Fach unterm geteilt anhebbaren Boden: Lademeister werden ihre Freude haben. Sobald die Rücklehnen im Fond umgelegt sind, entsteht eine nahezu ebene Fläche und steht etwas weniger als 1,5 Kubikmeter Fassungsvermögen bis unters Dach zur Verfügung. Das ist gut, wenn auch nicht rekordverdächtig. Zum Nonplusultra mit verschiebbarer Rückbank oder unterschiedlicher Lehnenneigung konnten sich die Konstrukteure des Innenraums leider nicht durchringen. Dies fiel mutmaßlich dem finanziellen Rotstift zum Opfer.
Erwachsene sitzen hinten ganz manierlich, Langbeiner tun sich mit der Schenkelauflage etwas schwer, da die Sitzflächen relativ tief angebracht sind und somit die Gehwerkzeuge entsprechend angewinkelt werden müssen. Interessanter Designkniff: Der Zugang zu den hinteren Portalen geschieht über quasi versteckte Türgriffe, die senkrecht im Fensterbereich bei der Dachsäule angebracht sind.
Ganz vorne im Cockpit wird der Großteil aller Funktionen am Bildschirm gemanagt. Aber es gibt noch Schalter am Lenkrad, auch die Klimaanlage erlaubt einen Direktzugriff am unteren Teil der Armaturentafel. Abgesehen davon, dass die Ausstattung ein bisschen arg in die Kategorie Dunkelheimer passt – immerhin ist die Dachbespannung innen hell –, ist alles recht zweckmäßig angeordnet. Wer jedoch auf die Idee gekommen ist, den Automatikwählhebel derart klobig zu formen, sollte für künftige Gerätschaften einfach mal ergonomisch eine Nummer kleiner denken.

Drei Leistungsstufen. Clever die Spreizung der Motorauswahl: Drei verschiedene Leistungsstufen von 115 PS/85 kW bis 180 PS/132 kW markieren das Antriebsfeld. Als Einstiegsmotor gibt’s den Einliter-Dreizylinder mit 115 PS/85 kW, der in Verbindung mit einer Sechsgang-Schaltung ab 29.890 Euro in der Preisliste steht. Er weist denselben Normverbrauch von 6,2 Liter Super aus (CO2-Ausstoß: 141 g/km), wenn er mit einer Siebenstufen-Doppelkupplung kombiniert ist und überdies die 48-Volt-Technologie an Bord hat. Dann werden mindestens 31.890 Euro fällig. In der nächsten Stufe steht der 150 PS/110 kW starke 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner bereit, ebenfalls mit Doppelkupplung und zwar ab 35.390 Euro. Mit dieser mittleren Motorisierung ging es auf ausgedehnte Testfahrt über Land mit erklecklichem Autobahnanteil. Wir übertrafen den Normverbrauch von 7,1 Liter (CO2-Ausstoß: 161 g/km) um fast einen halben Liter, was uns etwas erstaunte, da keinesfalls mit Bleifuß gefahren wurde. Dem Vernehmen nach baut Kia seine Scheibchentaktik weiter aus und möchte bis Ende des Jahres noch einen Vollhybriden vorstellen, der mutmaßlich beim Kraftstoffverbrauch einen günstigeren Wert ermöglichen wird.
Ansonsten verrichtete der K4 Sportswagon brav seinen Dienst – weder besonders spritzig noch lahm. Die Siebenstufen-Doppelkupplung kommt gut mit ihm zurecht; sofern der Wagen nicht getriezt wird, sind seine Kraftreserven absolut praxistauglich und unauffällig. Die drei Fahrprogramme Eco, Normal und Sport zeigen spürbar, wie sich die Gasannahme verändert. Sofern man im fordernden Sportmodus fährt, agiert die Automatik erwartungsgemäß zuweilen etwas aufgeregt. Demgegenüber bügelt das Fahrwerk übliche Bodenunebenheiten ausgewogen weg, und selbst Windgeräusche sind bei höheren Geschwindigkeiten nicht störend vernehmbar, womit ein angenehmes Dahingleiten möglich ist. Fehlt in der Aufzählung noch das Spitzentriebwerk: der 180 PS/132 kW leistende K4 Sportswagon ab 38.490 Euro. Er ist deckungsgleich in Hubraum, Zylinder, Getriebe und Normverbrauch mit dem von uns gefahrenen Fahrzeug mit 150 Pferdestärken.
Qualität aus mexikanischer Produktion. Mit insgesamt vier Ausstattungen und entsprechenden Zusatzpaketen werden die unterschiedlichen Wünsche zu Konnektivität, Infotainment, Fahrassistenz und Komfort für jeden Geldbeutel umfassend bedient. Sofern es sich noch nicht herumgesprochen hat: Kia bietet schon seit 2010 sieben Jahre Garantie beziehungsweise 150.000 Kilometer Laufleistung. Der stets frontgetriebene Kia K4 Sportswagon wird weder in Südkorea noch in der Slowakei gebaut, sondern läuft im mittlerweile zehn Jahre alten mexikanischen Werk in Pesqueira vom Band. Er steht bereits beim Händler.
Autogramm
Kia K4 Sportswagon 1.0 T GDI Core
Typ: Kombi; Preis: 29.890 Euro; Länge: 4,70 Meter; Breite: 1,85 Meter; Höhe: 1,44 Meter; Radstand: 2,72 Meter; Leergewicht: 1455 Kilogramm; Zuladung: 455 Kilogramm; Kofferraum: 604-1439 Liter; Sitze: fünf; Tankinhalt: 47 Liter; Motor: Otto-Dreizylinder; Hubraum: 998 Kubikzentimeter; Leistung: 115 PS/85 kW bei 6000 U/min; Drehmoment: 200 Newtonmeter bei 2000 U/min; Getriebe: Sechsgang-Schaltung; Spitze: 186 km/h; 0 auf 100 km/h: 12,0 Sekunden; Normverbrauch: 6,2 Liter Super, CO2-Ausstoß: 141 Gramm/km.

