Einstiegsmotor mit 100 Pferden

Er ist ein Garant für Jeep: Mit dem Avenger wird der Geschmack im bunten Feld der Viermeter-SUV zuverlässig getroffen. Die Angebotsvielfalt reicht vom Benziner über Hybride und Allradversionen bis zum Elektriker. Neu sind ein Dreizylinder aus dem Hause Otto und die 85-Jahre-Sonderedition. 

Von Gundel Jacobi

Porträt von Gundel Jacobi

Wo lässt sich der Avenger einordnen? Das ist ganz einfach: Zahlenmäßig spielt er nicht nur in Deutschland eine tragende Rolle. Im ersten Halbjahr 2026 hat der Avenger aus dem polnischen Werk Tychy mit rund 4000 Einheiten gut die Hälfte der hiesigen Jeep-Verkäufe erreicht. Da die derzeitige Produktpalette der historisch fest verankerten Marke mit weltweiter Allrad-Kompetenz ansonsten nur noch den größeren Compass-Bruder bieten kann, pflegen die Verkaufsstrategen diese beiden Modelle mit besonderer Gründlichkeit. Wir ordnen den Avenger zwischen Kleinwagen und Kompaktgröße ein. Das Viermeter-Auto trifft den Nerv der Kundschaft, die ein eindeutig kompaktes SUV suchen – mit 1,80 Meter Breite schlüpft er im Gegensatz zu aufgeblaseneren Typen einigermaßen problemlos durch schmale Gassen. In seiner Angebotsvielfalt ist er ordentlich aufgestellt: Reiner Benziner, Mildhybrid, mit Frontantrieb oder Antrieb auf alle Viere sowie eine komplette Elektroversion.       

Neuer Einstiegsmotor und Sonderedition. Zum Modelljahr 2027 gibt es zwei Neuigkeiten zu vermelden, die dem Avenger möglicherweise weitere Kunden verschaffen. Zum einen lässt Jeep einen neuen Lockvogel aufsteigen, der einen tieferen Einstiegspreis ermöglicht: Mit dem 1,2-Liter-Benziner wird eine veränderte Leistungsklasse angeboten – 100 PS/74 kW sind für genügsame Naturen durchaus ein Angebot. Das Pferdegetrappel des 1.2 GSE T3 ist mit dem bekannten Jeep-Dreizylinder gekoppelt und wird grundsätzlich mit sechs Gängen von Hand geschaltet. Leider stand diese Motorisierung für eine erste Testfahrt nicht zur Verfügung, sodass wir uns auf die Betrachtung der Datenblätter konzentrieren müssen. Setzt man ihn in Vergleich zum bisherigen Basis-Avenger E-Hybrid, fallen neben der unterschiedlichen Leistung vor allem zwei Dinge auf, die einen Vorteil und einen Nachteil ausweisen. Mit einem Einstiegspreis von 26.600 Euro liegt der GSE T3 um genau 2000 Euro unter dem E-Hybrid, der in derselben Grundausstattung ab 28.600 Euro in der Preisliste steht. Der eher nachteilige Aspekt betrifft den Kraftstoffverbrauch, denn der GSE T3 ist nicht hybridisiert, sodass er gewissermaßen als klassischer Verbrenner einen WLTP-Normverbrauch von 5,6-5,8 Liter Super hat (CO2-Ausstoß: 127-130 Gramm/km). Demgegenüber punktet der mildhybride E-Hybrid mit einem WLTP-Normverbrauch von 4,9-5,0 Liter Super (CO2-Ausstoß: 110-113 Gramm/km). Im Zweifel können Sparfüchse mit ihrem persönlichen Fahrprofil und Geldbeutel die Unterschiede so ausloten, dass es für den einen oder anderen Avenger den Zuschlag gibt.

Wer mit der Marke Jeep gefühlsmäßig eng verwoben ist oder es werden will, oder wer einfach ein cooles Angebot bevorzugt, kann ab sofort bei der Sonderedition 85th Anniversary fündig werden. Die gute Nachricht: Diese Geburtstags-Ausstattung ist für alle Motorisierungen bestellbar. Sie beinhaltet unter anderem folgende Merkmale: 18-Zoll-Felgen mit Gold-Akzenten, Matrix-LED-Scheinwerfer, beleuchteter Kühlergrill, 85th-Anniversary-Plakette auf der Motorhaube und auf den Premiumsitzen, mehrfarbige Ambientebeleuchtung innen und eine 360-Grad-Kamera. Da es insgesamt fünf Linien mit zunehmenden Ausstattungsdetails gibt, die aber jeweils nicht für alle Motorisierungen gelten, ist es ein buntes Preis-Sammelsurium bei der hoch angesetzten 85th Anniversary-Linie. Die Kosten liegen zwischen 30.400 Euro beim GSE T3 und 42.400 Euro beim Elektro-Avenger.     

Jeder Avenger profitiert von der Pflege. Das Schöne an einer Modellaufwertung ist, dass gewisse Veränderungen bei allen Neuwagen durchgesetzt werden – und manche eben nur in höheren Varianten. Im Falle des Avenger des Modelljahres 2027 besteht die wilde Mischung aus den folgenden Veränderungen, die sich über insgesamt sechs verschiedene Wahl-Versionen verteilen: veränderte Stoßfänger vorne und hinten, beleuchteter Kühlergrill, Matrix-LED-Scheinwerfer, neues Felgendesign, Jeep-Logo in Dunkelgrau. Zudem ist nun eine 360-Grad-Kamera erhältlich. Im Innenraum betreffen die kosmetischen Aufwertungen die Türverkleidungen, Sitzbezüge, weichere Materialien der Armaturentafel und einen knallroten Select-Terrain-Fahrmodusschalter.

Autogramm

Jeep Avenger 1.2 GSE T3

Typ: SUV; Preis: 26.600 Euro; Länge: 4,01 Meter; Breite: 1,80 Meter; Höhe: 1,54 Meter; Radstand: 2,56 Meter; Leergewicht: 1180 Kilogramm; Zuladung: 502 Kilogramm; Kofferraum: 380-1277 Liter; Sitze: fünf; Tankinhalt: 44 Liter; Motor: Otto-Dreizylinder; Hubraum: 1199 Kubikzentimeter; Leistung: 100 PS/74 kW bei 1750 U/min; Drehmoment: 205 Newtonmeter bei 1750 U/min; Getriebe: Sechsgang-Schaltung; Spitze: 184 km/h; 0 auf 100 km/h: 10,6 Sekunden; Normverbrauch(WLTP): 5,6-5,8 Liter Super, CO2-Ausstoß: 127-130 Gramm/km.


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