Der muss so!

Der Markt für elektrische Pick-ups fristet hierzulande (noch) ein Nischendasein in der Nische. Dennoch haben sich mit JAC T9 EV, Maxus eTerron 9 (beide China) und dem neuen KGM Musso EV (Südkorea) bereits drei Autobauer auf den Markt gewagt – und damit einen kleinen Vorsprung vor dem Platzhirsch Toyota herausgefahren.

Von Paul-Janosch Ersing

Porträt von Paul-Janosch Ersing

Pick-ups mit Elektromotor? – Liebhaber US-amerikanischer Riesen-Trucks müssen jetzt entweder die Augen schließen oder ganz stark sein. Denn das Angebot der lokal abgasfreien Lastesel wächst beharrlich. Dabei ist der südkoreanische Autobauer KGM, ehemals Ssangyong, ziemlich früh dran. Die Marke hat bereits im September 2025 heimlich, still und leise den 5,16 Meter langen Musso EV aufs Tableau der leichten Nutzfahrzeuge geschoben – mehrere Monate vor Toyota mit dem viel beachteten Hilux BEV.

Die klassische Doppelkabine sieht weniger martialisch aus als einige Pritschen-Wettbewerber. Sechs leuchtende Strichelchen zwischen den horizontalen Tagfahrlicht-Streifen sowie zwei rot abgesetzte Designelemente im Stoßfänger bieten dem Betrachter an, mit dem Blick am Bug zu verweilen. Mit dem früheren Musso hat der Musso EV wenig zu tun: Bis zur zweiten Dachsäule ähnelt er vielmehr dem Kompakt-SUV Torres EVX. Mit ihm teilt er sich auch reichlich Technik.

Dank dieser Pkw-Verwandtschaft bietet der Musso EV Inneren ein erstaunlich hohes Maß an Wohnlichkeit. Das Lenkrad, die Armaturentafel und auch die Sitze: Alles fühlt sich so ganz und gar nicht nach kargem Nutzfahrzeug an; sogar die Lehnen der hinteren Sitze lassen sich in der Neigung verstellen.

Hinter der steil stehenden Heckscheibe befindet sich das eigentliche Herzstück eines jeden Pick-ups: Auf die Ladefläche passt eine Europalette gerade so drauf. Die Zuladung des Fahrzeugs gibt KGM mit höchstens 905 Kilogramm an, davon dürfen allerdings nur 500 Kilogramm hinten drauf. Das ist nicht wirklich viel für einen Pick-up, dürfte aber für zahlreiche Anwendungsfälle (etwa Grüngut wegbringen) ausreichen.

Der Einstiegspreis für das Basismodell mit Frontantrieb liegt bei 41.990 Euro, Mit einer Akku-Ladung kommt der knapp 2,3 Tonnen schwere Allradler (Aufpreis 4000 Euro) bis zu 379 Kilometer weit, beim Fronttriebler sind es bis zu 420 Kilometer.

Ganz ohne chinesische Unterstützung kommen auch die Südkoreaner nicht aus: Der Stromspeicher im Unterboden stammt aus dem Hause BYD: ein LFP-Akku mit 80,6 kWh, der am DC-Schnelllader mit bis zu 120 kW geladen werden kann.

Autogramm

KGM Musso EV 4WD Lux

Typ: Pick-up; Preis: 52.990 Euro; Länge: 5,16 Meter; Breite: 1,92 Meter; Höhe: 1,74 Meter; Radstand: 3,15 Meter; Leergewicht: 2.285 Kilogramm; Zuladung: 805 Kilogramm; Ladefläche: 1,52 x 1,35 Meter; Sitze: fünf; Antrieb: E-Motor hinten: 207 PS/152 kW, 339 Newtonmeter; E-Motor vorn: 207 PS/152 kW, 339 Nm; Spitze:177 km/h; 0 auf 100 km/h: 7,9 Sekunden; Batterietyp: LFP-Akku; Batteriekapazität: 80 Kilowattstunden (kWh); Ladeleistung: bis zu 120 kW; Reichweite (WLTP): 379 Kilometer; Stromverbrauch (WLTP): 26 kWh/100 Kilometer; entsprechender CO2-Ausstoß (deutscher Strommix 2025: 344 g/kWh): 89,4 Gramm/Kilometer.


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