


Ein Kombi mit Geländetauglichkeit
Premiere für den E-Outback: Erstmals kommt der Kombi als batterieelektrisches Fahrzeug auf den Markt und verweist den Verbrennerantrieb ins Abseits. Nun heißt es: Das neue Subaru-Flaggschiff braust mit einer Systemleistung von 381 PS/280 kW auf die Straße und ins Gelände!
Von Gundel Jacobi
Mit Allzweckkombi über rauen Untergrund. Mächtige Kunststoff-Ummantelungen an Radhäusern und Seitenschwellern sowie Unterfahrschutz vorne und hinten zeigen die Botschaft: „Ich bin bereit!“ Also geht’s gleich mal auf Testtour ab ins Gelände – anfänglich noch über etwas ruckelige, aber harmlose Waldwege bis hin zu einer Gefällstrecke, die einem das Fürchten lehren könnte. Zu diesem Zeitpunkt ist längst das X-Mode-Geländeprogramm eingeschaltet, und der Bildschirm liefert Blicke rund ums Fahrzeug samt Unterbodenansicht. Auch ein hilfreicher Blick nach vorn quasi durch die Motorhaube erleichtert das präzise Fahren über die Gefällkuppe. Hat man sich erst mal an das steile Abwärtsgefühl gewöhnt, findet die Abfahrt vergleichsweise gemütlich statt – ohne Fußpedalhilfe, da der Offroad-Tempomat die Schrittgeschwindigkeit übernimmt.
Es folgen Strecken durch tiefen Sand, Hinaufkraxeln von Passagen, die man zu Fuß nur mit Geländerhilfen schaffen würde, und seitliches Kriechen an einer Böschung, was den Kippwinkel herausfordert und auch mal ein Rad in der Luft schweben lässt. Alles in allem ist das für einen Kombi im Abenteueranzug schon eine knackige Herausforderung, die der E-Outback mit Bravour besteht, das muss man ihm neidlos zuerkennen. Wichtige Voraussetzung für solche abseitige Strecken: eine Bodenfreiheit von 21 Zentimeter.
Platz für Menschen und Material. Ehrlicherweise muss man anmerken, dass der soeben geschilderte Offroad-Ausflug, bei dem alle Register möglicher Geländeeinsätze gezogen wurden, wohl eher die Ausnahme im Leben eines E-Outback kennzeichnet. Aber laut Subaru-Auskunft gibt es durchaus viele Kunden, die ab und an zumindest in Strecken abseits befestigter Straßen einbiegen. Das war schon immer so – auch als der Outback klassischerweise mit dem Antriebskonzept Boxermotor, Allradantrieb und CVT-Getriebe unterwegs war. Dies gehört jetzt aber definitiv der Geschichte an. Ab sofort gibt es ihn nagelneu einzig als batterieelektrisches Gefährt mit zwei Elektromotoren.
Wichtig war den Entwicklern, dass er weiterhin die Vorzüge eines Geländewagens bietet und dazu wie bisher seine Transportfähigkeiten unter Beweis stellen kann. Letzteres ist fraglos gelungen, denn hinter der Rückbank steht mit rund 600 Liter unter der Abdeckung ordentlich Ladekapazität zur Verfügung. Diese kann man durch Umklappen der Rücklehnen bis auf über 1,7 Kubikmeter Rauminhalt im Wagen erhöhen. Mit anderen Worten: Da geht schon einiges rein. Für zusätzlichen Komfort sorgt die elektrisch sich öffnende und schließende Kofferraumklappe; sofern man die Hände nicht frei hat, lässt sie sich auch durch einen Fußkick unter der Stoßstange in Bewegung setzen. Steht der Platz für Personen im Vordergrund, kann man die Insassen in der zweiten Reihe zur Beinfreiheit beglückwünschen – eine Folge von 2,85 Meter Radstand. Allerdings erfordert der erhöhte Fahrzeugboden mit dem Akku darunter gewisse Abstriche für die angewinkelten Beine hochgewachsener Mitfahrer.
Im Cockpit herrscht jene wohltuende Subaru-Atmosphäre, die zu dem japanischen Hersteller und seinem nachweislich besonders treuen Kundenstamm passt: Alles ist gut überschaubar und zum praktischen Zupacken geformt – vom zweiseitig abgeflachten Lenkrad über das Fahrstufen-Drehrad bis hin zu den vielen Tasten und Knöpfen über alle Flächen hinweg. Das Bordinfo-Instrument sitzt blickgünstig auf der Armaturentafel, am auffälligsten ist rechts daneben der nach unten versetzte berührungsempfindliche Bildschirm. In der von uns gefahrenen höchsten Platinum-Ausstattung ist ein Head-up-Display an Bord, das unter anderem die Infos fürs Navi ideal hinter die Windschutzscheibe spiegelt.

Unterwegs auf der Straße. Es ist für jeden hinterm Steuer klar, dass man mit 381 PS/280 kW eine enorme Leistung zur Verfügung hat. So ganz erschließt sich diese Entscheidung aus den Augen eines Normalfahrers nicht, aber sei’s drum: Man muss diese Kraft ja nicht unbedingt abrufen, und möglicherweise beruhigt es, wenn man mit dem im Leerzustand zwei Tonnen wiegenden E-Outback einen entsprechenden Kraftstoß im Gelände oder auf der Straße benötigt. Theoretisch könnte man den Wagen in viereinhalb Sekunden von Null auf Tempo 100 katapultieren – bei Tempo 180 wird übrigens abgeregelt, was aufgrund einer massiv schwindenden Reichweite bei höherer Geschwindigkeit ganz typisch ist in der Elektrowelt. Also: Auch auf der Straße ist behutsame Behandlung des Fahrpedals angeraten. In jedem Fall verkörpert der Allradler in jeder Situation den Charakter einer kraftvoll dahinrollenden Kutsche.
Es gibt fünf verschiedene Stufen zur Bremsenergierückgewinnung und drei verschiedene Fahrprogramme. Wir konnten die Unterschiede gut feststellen, und man kann damit vortrefflich ein wenig spielen. Im Alltag wird man es üblicherweise bei der jeweils individuell angenehmsten Kombination belassen. Schade übrigens, dass Ein-Pedal-Fahren nicht bis zum Stillstand des Wagens möglich ist: Zum Anhalten muss man zuletzt doch noch auf die Bremse drücken, sonst kriecht der Kombi weiter. Was den Entwicklern wie beim klassischen Vorgänger prima gelungen ist: die Abstimmung des Fahrwerks – weder Bodenwellen noch gängige Schlaglöcher leiten unangenehme Stöße ins Innere und somit in die Wirbelsäule weiter.
Solide Ausstattung schon in der Basis. Stets hat man auf dem Bordinfo-Monitor den Ladezustand, die Reichweite und den Verbrauch vor Augen. Im Datenblatt gibt es hierzu keine Ausreißer: Bei voller 74,7 kWh-Batterie ungefähr 500 Kilometer weit fahren zu können, entspricht einem soliden Stromer-Wert – angesichts der allseits vorhandenen Allradkompetenz ist ein Normverbrauch von 16,6 kWh auch kein Aufreger. Bleibt noch die häufig zitierte Ladegeschwindigkeit am Schnelllader, die beim E-Outback 28 Minuten von zehn auf 80 Prozent vorgibt – ebenfalls übliches Mittelmaß.
In der Basisversion Trend beginnt die Preisliste für den Subaru E-Outback bei 51.990 Euro. Hier sind unter anderem folgende Merkmale vorhanden: Zwei-Zonen-Klimaautomatik, 14-Zoll-Touchscreen mit Navi, 7-Zoll-Bordinfo-Monitor, kabellose Mobiltelefon-Integration samt Ladeschale, Sitzheizung vorne, 360-Grad-Kamera, elektrische Heckklappenöffnung sowie rund ein Dutzend Fahrassistenzsysteme.
Autogramm
Subaru E-Outback 75 AWD Trend
Typ: Gelände-Kombi; Preis: 51.990 Euro; Länge: 4,85 Meter; Breite: 1,86 Meter; Höhe: 1,68 Meter; Radstand: 2,85 Meter; Leergewicht: 2081 Kilogramm; Zuladung: 554 Kilogramm; Kofferraum: 595-1718 Liter; Sitze: fünf; Antrieb: zwei Elektromotoren, Permanentmagneterregte Synchronmaschinen; Gesamtleistung: 381PS/280 kW; Drehmoment: 268 Newtonmeter; Spitze: 180 km/h; 0 auf 100 km/h: 4,5 Sekunden; Batterietyp: Lithium-Ionen-Akku; Batteriekapazität: 74,7 Kilowattstunden (kWh); Reichweite (WLTP): 526 Kilometer; Wallbox Wechselstrom 22 kW: 4 Stunden, Ladestation Gleichstrom 150 kW: 28 Minuten (80 Prozent), Stromverbrauch (WLTP): 15,3 kWh/100 Kilometer; CO2-Ausstoß: 53 Gramm/Kilometer (Strommix Deutschland).


