


Genug Platz für drei Hinterbänkler
Mit 4,18 Meter Länge bildet der Bayon den Einstieg ins SUV-Angebot der koreanischen Marke Hyundai. Er ist in Deutschland aktuell nur mit einer Motorisierung zu haben.
Von Bernd-Wilfried Kießler
Was ist das für ein Auto? Der Bayon nutzt die Plattform des Kleinwagens i20, baut aber fünf Zentimeter höher und elf Zentimeter länger, Breite und Radstand sind hingegen gleich. Während die Bugpartie verwechselbar wirkt, kann einem das beim Anblick des Hecks nicht passieren: Sie ist höchst eigenwillig gestuft und mit Rückleuchten in Bumerang-Form ein echter Hingucker.
Wie fühlt man sich in diesem Auto? Bei Annäherung mit dem Schlüssel in der Tasche klappen die angelegten Außenspiegel zur Begrüßung nach außen. Mit einem Knopfdruck auf den Griff der Fahrer- oder Beifahrertür gibt die Zentralverriegelung den Zugang ins Innere frei. Dort haben fünf Erwachsene Platz, der mittlere Hinterbänkler auch bequem für seine Füße. Denn ein Mitteltunnel ist lediglich angedeutet: Da es den Bayon nur mit Antrieb auf die Vorderräder gibt, ist der Tunnel überflüssig. Vorn ist kein Durchstieg möglich, denn die Hyundai-Ingenieure haben sich für einen klassischen Handbremsgriff und einen kräftigen Hebel zur Steuerung der Getriebeautomatik auf der Mittelkonsole entschieden. Das Innere ist dunkel gehalten, weitgehend schmuck- und farblos – mit einem Dachhimmel in Hellgrau. Die Bedienungselemente liegen in der Regel griffgünstig, der Start-Stoppknopf versteckt sich allerdings hinter dem Wischerhebel, und einige Schalter wie etwa der für die Lenkradheizung sind links unten über dem Fahrerknie angeordnet. Ihre gezielte Betätigung geht nur im Stand und wäre während der Fahrt ein gefährliches Ablenkungsmanöver.
Welchen Antrieb hat das Auto? Der Dreizylinder mit einem Liter Hubraum leistet mit Turbohilfe glatte 100 PS/74 kW, wurde aber so gut gedämmt, dass man ihn bei der Arbeit glatt für einen Vierzylinder halten könnte. Weitestgehend ruckfreie Wechsel der sieben Gänge bietet das Doppelkupplungsgetriebe. Die Fahrleistungen genügen zum Mitschwimmen in allen Verkehrslagen, namentlich zum stressfreien Dahingleiten über Landstraßen. Das Fahrwerk verhält sich unauffällig.
Was bietet das Auto? Weil seine Heckgestaltung der Blickfang ist, wollen wir mit den hinteren Räumlichkeiten beginnen. Für einen Kompaktwagen wie diesen ist der Kofferraum ausgesprochen großzügig, sofern der doppelte Ladeboden herausgenommen wird und damit Platz gefüllt werden kann, der früher dem Reserverad diente und in dem im Hybridzeitalter Batterien unterschiedlicher Größe untergebracht werden. Bleibt der oberen Boden drin, entsteht darunter ein 14 Zentimeter hohes Geheimfach und kann die Ladefläche stufenlos nach vorn verlängert werden. Was die Ausstattung betrifft, so spart Hyundai nicht: Schon im Einstiegsmodell Select für 23 400 Euro sind unter anderem Navigationssystem, Klimaanlage, Rückfahrkamera samt hinteren Parkpiepsern, Spurhalteassistent und Tempomat enthalten. Im Prime-Testwagen waren die Sitze in beiden Reihen heizbar, gab’s LED-Scheinwerfer, Regensensor, getönte Scheiben im Fond und 17-Zoll-Leichtmetallfelgen. Eine koreanische Spezialität sind musikalisch unterlegte Naturklänge, sozusagen das akustische Gegenstück zum Ambientelicht.
Autogramm
Hyundai Bayon 1.0 T-GDI 7-DCT Prime
Typ: Kompakt-SUV; Preis: 29 600 Euro; Länge: 4,18 Meter; Breite: 1,78 Meter; Höhe: 1,50 Meter; Radstand: 2,58 Meter; Leergewicht: 1195 Kilogramm; Zuladung: 465 Kilogramm; Kofferraum: 411–1205 Liter; Sitze: fünf;Tankinhalt: 40 Liter;Motor: Dreizylinder-Otto; Hubraum: 998 Kubikzentimeter; Leistung: 100 PS/74 kW bei 4500-6000 U/min; Drehmoment: 200 Nm bei 2000-2500 U/min; Getriebe: Siebengang-Doppelkupplung; Spitze: 176 km/h; 0 auf 100 km/h: 12,4 Sekunden; Normverbrauch (WLTP): 5,5 Liter Benzin; CO2-Ausstoß: 125 g/km; Testverbrauch: 6,4 Liter.



